Manuel und Federico Dobrick vor dem Luxon

Liebe Kunden, liebe Mitarbeiter, liebe Weggefährten,

seit dem 1. Juli 2020 stehe ich der DOBRICK + WAGNER SOFTWAREHOUSE GMBH nicht mehr als Geschäftsführer und Inhaber vor. Vorausschauend habe ich bereits vor knapp zwei Jahren die Übergabe der Firma in neue Hände begonnen. Irgendwann ist einfach die Zeit gekommen, einen neuen und hoffentlich nicht weniger aufregenden Lebensabschnitt zu beginnen.

Daher habe ich die Geschicke meiner Firma schon frühzeitig in die Hände meines Neffen, Manuel Dobrick, gegeben, der schon seit 1992 – quasi von der Pike auf – das Unternehmen kennen- und führen gelernt hat.

Dass ich dabei nach langer Suche in der TSS Gruppe auch einen sehr finanzkräftigen Partner gefunden habe, der nicht nur den Status Quo sichert, sondern vielmehr auch die Kraft und die Möglichkeiten hat, das Unternehmen noch deutlich schneller wachsen zu lassen, um auch den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können, ist in meinen Augen ein Glücksfall. Ein erfolgreiches Unternehmen noch einmal mit einem Extraschub in die Zukunft entlassen zu können, war für mich zu Beginn meiner Suche mehr als ich erwarten durfte.

Damit ist die Zukunft der Firma gesichert. Dies lässt mir Raum, an dieser Stelle noch einmal mit Ihnen zurückzuschauen. Was ist in den über drei Jahrzehnten Besonderes geschehen, an das auch Sie sich erinnern und was zeichnet das Unternehmen gerade dadurch aus?

Begonnen hat diese interessante Reise mit DOBRICK+WAGNER bereits im Jahr 1987, als ich mit meinem damaligen Partner, Herrn Wagner, den Weg in die Selbstständigkeit wagte. Von Anfang an führte unsere uneingeschränkte Kundenorientierung dazu, dass wir frühzeitig eine breite Kundenbasis aufbauen konnten. Einige dieser Kunden halten uns auch nach über 30 Jahren noch die Treue. Nichts kann die Kundennähe eines Unternehmens deutlicher aufzeigen.

Dabei stellte sich auch früh heraus, dass wir uns als Spezialisten für die Sozialbranche herauskristallisieren. Trotzdem bedienten wir damals wie heute auch hochspezialisierte Industrieunternehmen, gerade mit unseren Lösungen im Bereich der Materialwirtschaft und Produktion. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass wir u.a. dadurch so viele Werkstätten für Menschen mit Behinderung für uns gewinnen konnten.

In den ersten Jahren hat uns selbstverständlich auch die Vertriebspartnerschaft mit dem damals weltweit führenden Systemhersteller für interaktive Büroanwendungen, MAI Systems aus den USA, geholfen.

1996 erfolgte dann der Austritt von Herrn Wagner aus der GmbH und fortan führte ich das Unternehmen allein. In den Jahren meiner Tätigkeit als alleiniger Geschäftsführer und weiterhin leidenschaftlicher Entwickler gab es einige Herausforderungen zu meistern. Hier erinnere ich mich besonders an die Einführung des neuen PLZ-Systems, die 2000er- oder die Euro-Umstellung. Dies alles haben wir gut gelöst und sind immer wieder neugierig an die nächsten Aufgaben herangegangen. Daher war ich auch von Anfang an zuversichtlich, dass wir uns von der derzeitigen Pandemie nicht aus der Bahn werfen lassen.
Die Anforderungen der Kunden ändern sich, lassen aber nicht nach.

Technologisch war der Wandel von UNIX auf Windows getriebene Systeme und dem damit verbundenen Übergang auf grafische Oberflächen ebenfalls nicht außer Acht zu lassen. Speziell bei technologisch außergewöhnlichen Themen zeigen wir immer wieder unsere tiefgreifende Entwicklungskompetenz. Hier bleibt mir die eigene Textverarbeitung noch stark in Erinnerung, lange bevor Microsoft Office Lösungen in den gängigen ERP-Lösungen Einzug gehalten haben. Aber was immer auch an Aufgabe anstand, war mein Motto stets: Geht nicht, gibt’s nicht!

Und darin haben mich meine Mitarbeiter nie enttäuscht, was mich zu großem Dank verpflichtet. Die äußerst geringe Mitarbeiterfluktuation über die Jahrzehnte hinweg zeigt mir, dass der Respekt auf Gegenseitigkeit beruhte.

Ich gehe davon aus, dass weiterhin der technologische Wandel ein stetiger Begleiter der Firma sein wird, was sich durch Schlagwörter wie IT 4.0 – manche sprechen sogar schon von 5.0 – gezielter Nutzung von künstlicher Intelligenz, Blockchain, digitalen Zwillingen etc. mehr als deutlich wird. Die Sozialwirtschaft hängt in den zukunftstechnologischen Diskussionen längst nicht mehr hinterher. Und in der Umsetzung wissen Sie ja, an wen Sie sich weiterhin wenden können. Hierbei bleibt der permanente Ausbau der Lösung VIA-S und der intensive Austausch mit Ihnen, unseren treuen Kunden, auch weiterhin der richtige Weg für die Zukunft.

In jüngster Vergangenheit bleibt als Meilenstein sicherlich der Umzug in die neuen Räumlichkeiten in Dortmund-Brackel zu nennen, der uns die Option bietet, den seit zwei Jahren forcierten Unternehmensausbau auch weiterhin leben zu können. Das erschlossene Gewerbegebiet entwickelt sich rasant. Nicht ohne Grund verlegt nun auch der BVB seine Geschäftsstelle hierhin.

Je länger ich die Vergangenheit Revue passieren lasse und je mehr ich mich in den aktuell spannenden Themen verliere, desto ausschweifender könnte ich Ihnen schreiben. Aber mit dem ein oder anderen werde ich sicherlich weiterhin in Kontakt bleiben und das Unternehmen sowieso im Auge behalten. Ich bin jedoch der vollsten Überzeugung, ein hochmotiviertes Team aufgebaut und das Unternehmen auf einen richtigen Kurs gebracht zu haben. Daher möchte ich nun mit einem Zitat des leider in diesem Jahr verstorbenen Jack Welch schließen: „Mein Job ist weniger die Kontrolle als vielmehr die Ermutigung und die Übergabe von Macht an Leute mit Träumen und Visionen.“

In diesem Sinne: Mein Job ist erledigt!

 

Mit besten Grüßen und bleiben Sie alle gesund!

Ihr Federico Dobrick